SZ-Online am 10.03.2017

Grundschule in Wurgwitz wird später fertig

Weil sich der Bau verzögert, ist der geplante Termin nicht zu halten.
Das hat nicht nur Folgen für den Schulunterricht.

Von Carina Brestrich

Freital. Zum Richtfest im November herrschte noch gute Laune auf der Baustelle der Grundschule „Am Albertschacht“ in Wurgwitz.

Damals waren Verwaltung und Bauleute optimistisch: Bis zu den Sommerferien wird die Sanierung und Erweiterung des Schulgebäudes wie geplant abgeschlossen sein. Doch der Vorfreude auf die neue Schule musste Oberbürgermeister Uwe Rumberg (CDU) im Stadtrat am Donnerstag einen Dämpfer verpassen: Die Schule wird doch nicht zu den Sommerferien fertig. Stattdessen kann der Schulbetrieb erst nach den Herbstferien starten.

Der Grund für den neuen Termin sind Verzögerungen am Bau. Seit September 2016 wird der DDR-Plattenbau zu einem modernen, kompakten Schulgebäude mit Passivhausstandard umgebaut. Allerdings fanden die Bauarbeiter beim Herausreißen des alten Fußbodens kontaminierte Teerpappe. „Diese musste unter gesonderten Bedingungen ausgebaut und entsorgt werden“, erklärte Silvio Messerschmidt vom Stadtbauamt. Die Folge: Die Arbeiten am Rohbau verzögerten sich um sechs Wochen. „Beim Richtfest sah es noch gut aus, dass wir die Zeit wieder aufholen“, sagte Messerschmidt. Dann aber machte das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Das Dach wurde nicht rechtzeitig fertig, und durch das anhaltend schlechte Wetter im Oktober und November drang Wasser ins Gebäude ein. Dadurch wiederum konnten die Bauarbeiter erst vier Wochen später als geplant mit der Haustechnik loslegen.

Ende August soll das Gebäude fertig werden. Dann kann die Technik in Betrieb genommen werden. Weil sie kompliziert ist, braucht sie eine gewisse Anlaufphase, bevor die Schule dann in den Herbstferien einziehen kann. Der Stadtrat zeigte Verständnis für die Schwierigkeiten: „Es ist zwar bedauerlich, aber bei Bauprojekten in diesen Größenordnungen sind Verzögerungen nicht unwahrscheinlich“, sagte Martin Rülke, Chef der CDU-Fraktion. Mit Baukosten von 10,5 Millionen Euro ist der Umbau das derzeit größte Bauprojekt der Stadt get more information. Derzeit bewegen sich die Kosten im Budget, sagte Baubürgermeister Jörg-Peter Schautz (parteilos) im Stadtrat. Unklar ist dagegen, ob und welche Mehrkosten die Verzögerungen mit sich bringen.

Schließlich hat der neue Termin weitreichende Folgen. So lernen die Schüler seit dem Baubeginn in der Grundschule in Kleinnaundorf. Die Wege dorthin werden auch vorerst bleiben. Denn bis zum Umzug im Herbst werden die Kinder weiter in der alten Schule unterrichtet: „Die Stadtverwaltung ist derzeit dabei, alle notwendigen Schritte und Fragen zu klären, um die Gewährleistung des Hortbetriebs, der Schulspeisung und des Schülerverkehrs bis Herbst 2017 sicherzustellen“, teilte das Rathaus am Freitag mit.

Doch nicht nur auf den Schulbetrieb wirken sich die Verzögerungen aus. Im Gebäude entsteht auch eine Kita mit 24 Krippen- und 100 Hortplätzen. Auch sie kann nicht eher in Betrieb gehen, erklärte Baubürgermeister Schautz: „Die Schule und die Kita werden über eine Anlage versorgt.“ Ebenso der Hort, der mit 160 Plätzen im Obergeschoss unterkommen soll. Und die benachbarte Turnhalle? Nachdem sie in den vergangenen Jahren bereits schrittweise saniert wurde, bekommt sie derzeit einen neuen Anbau mit Umkleiden und Duschen. Laut Baubürgermeister wird die Halle schon im Laufe der Sommerferien betriebsbereit sein. Lars Tschirner von der Fraktion Bürger für Freital schlug vor, wenigstens die Schuleintrittsfeier in der Turnhalle abzuhalten, damit die Abc-Schützen trotz des Starts in Naundorf gleich eine Verbindung zu ihrer künftigen Schule in Wurgwitz haben. „Wir werden dies mit der Schule und den Elternvertretern besprechen“, heißt es aus dem Rathaus.

Damit es nicht zu weiteren Verspätungen kommt, hat die Verwaltung die Aufträge für den Innenausbau an viele einzelne Firmen vergeben statt an einige wenige. Dadurch ist nun auch mehr Personal auf der Baustelle, hieß es im Stadtrat. Aktuell laufen die Arbeiten an Dach und Fassade. Im Erdgeschoss können demnächst die Putzarbeiten abgeschlossen werden. Danach können die Maler und Fliesenleger mit ihrer Arbeit beginnen.

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