SZ am 24.02.2016 - Kartenhaus wird zur Öko-Schule

Die Grundschule Wurgwitz gleicht derzeit einem Gerippe.
Jetzt geht es bei Freitals teuerstem Bauprojekt richtig los.

24.02.2016 Von Tobias Winzer

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Die Plattenbauschule in Wurgwitz wird in den kommenden Monaten zu einem modernen Schulhaus umgebaut.
© Karl-Ludwig Oberthür

Wie viel von einer Plattenbauschule übrigbleibt, wenn so ein Gebäude fast vier Monate lang entkernt wird, kann man derzeit in Freital-Wurgwitz sehen. „Das ist ein großes Kartenhaus“, sagt der Projektleiter für die Stadt Freital Silvio Messerschmidt. Von der Schule mit zwei Querriegeln und drei Verbindungsgängen dazwischen ist nur noch das Gerippe aus tragenden Wänden übrig buy kamagra oral jelly india. Fenster, Türen und Zwischenwände sind verschwunden. „Jetzt geht der Umbau erst so richtig los“, sagt Messerschmidt. In den kommenden anderthalb Jahren wird das Kartenhaus für insgesamt 10,5 Millionen Euro zu einer Öko-Schule saniert. Es ist das derzeit mit Abstand teuerste Bauvorhaben in Freital.

Das Projekt war zwar erst vor einem Jahr vom Stadtrat beschlossen worden. Pläne zur Sanierung des Plattenbaus „Typ Dresden“ aus dem Jahr 1982 bestehen bereits seit Mitte der 90er-Jahre. Möglich wird das Projekt überhaupt nur, weil die Stadt das Gebiet rund um die Grundschule zum Stadtumbaugebiet machte. Deswegen konnte sie Fördermittel eines Bund-Land-Projekts abgreifen. Um an die eigentlich für solche Projekte vorgesehene Schulhausbauförderung des Freistaates zu kommen, gibt es wegen des enormen Sanierungsbedarfs in Sachsen kaum Chancen. Vier Millionen Euro der Gesamtkosten bekommt Freital nun als Zuschuss. Die Stadt hatte sich für die Sanierung entschieden, weil sie laut einer Untersuchung etwas günstiger ist als Abriss und Neubau.

Um aus der Plattenbauschule ein modernes und kompaktes Schulhaus zu machen, sind aber umfangreiche Arbeiten nötig. Am 24. Februar beginnen die schweren Abrissarbeiten an dem Gebäude. Die Riegel mit den Klassenzimmern werden an den Seiten um ein paar Meter eingekürzt. Anschließend verschwinden die drei Verbindungsgänge. Ein Bagger, ausgerüstet mit einer Art überdimensionalen Schere, knabbert sich dafür Stück für Stück durch den Beton. Die abzureißenden Gebäudeteile wurden in den vergangenen Tagen bereits mit einer Säge vom Rest des Schulhauses getrennt. Damit das Kartenhaus nicht wegen der Erschütterungen einstürzt, ist es an einigen Stellen zusätzlich mit Holzbalken gesichert. Etwa zweieinhalb Wochen, so der Plan, werden die Abrissarbeiten wohl dauern.

Asbest im Fenster

Die entstandene Lücke zwischen den Riegeln wird anschließend mit einem neuen Rohbau aufgefüllt. Bis zum Jahresende sollen diese Arbeiten abgeschlossen sein. Danach beginnt innen der Ausbau der Klassenzimmer und die Installation von Heizung-, Wasser- und Stromleitungen.

Die sanierte Schule soll später Passivhausstandard erreichen und damit die jetzt gültigen gesetzlichen Anforderungen noch übertreffen. Bis zum Schulstart in anderthalb Jahren sollen eine zweizügige Grundschule für 224 Kinder mit 160 Hortplätzen sowie eine Kita mit 24 Krippen- und 100 Kindergartenplätzen entstehen. Für die Kita auf der einen Seite sowie für Schule und Hort auf der anderen Seite sind zwei getrennte Bereiche geplant. Der vorhandene Schulgarten und der Sportplatz bleiben bestehen. Ebenfalls in gutem Zustand ist die Turnhalle. Sie wurde bereits in den vergangenen Jahren saniert und bekommt nun lediglich einen neuen Anbau für Duschen und Umkleiden.

Die Schüler der Grundschule hatten zum Beginn des Schuljahres ihr Ausweichquartier in der alten Schule in Kleinnaundorf bezogen. Für den Transport der Kinder auf die andere Seite des Weißeritztales wurde ein Shuttle eingerichtet. Im Sommer 2017 soll das ein Ende haben.

Bis dahin will die Stadt auch einen geringen Bauverzug aufholen, der in den vergangenen Wochen entstanden ist. Bei der Entkernung stellte sich heraus, dass auf dem Dach teerhaltige Pappe verbaut worden ist. Außerdem steckte in der Fugenmasse der Fenster giftiges Asbest. Die Stoffe mussten aufwendig entfernt und entsorgt werden.

 

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