SZ am 07.03.2015 - Wurgwitzer Schüler ziehen nach Kleinnaundorf

 

 

Die Grundschule "Am Albertschacht" wird saniert. Der Unterricht wird in die alte Schule an der Steigerstraße ausgelagert.

06.03.2015 von Jane Jannke

In den Ortschaftsräten nahm die Vision zuletzt immer konkreter Gestalt an – nun ist es Fakt: Die Grundschule Wurgwitz wird nicht im laufenden Schulbetrieb saniert https://pharmacieviagra.com/boutique/acheter-kamagra/. Stattdessen beschloss der Stadtrat am Donnerstag die Auslagerung des Unterrichts für die Dauer der Baumaßnahmen in die alte Kleinnaundorfer Schule.

 

Das Schulhaus an der Steigerstraße wird ab Sommer zum Interimsquartier für die Wurgwitzer Schüler.
Vorher wird es für 250000Euro hergerichtet. Foto: Karl-Ludwig Oberthür

Die Stadt hatte zuletzt kein Hehl daraus gemacht, dass dies die Wunschoption war. Die rege Debatte der Räte und Schulvertreter im Vorfeld der Abstimmung zeigte aber, dass Kleinnaundorf zwar nicht undenkbar, gleichwohl aber nicht ganz unumstritten war. Bis zuletzt hatte auch eine Containerlösung hoch im Kurs gestanden. Doch die scheiterte letztlich am Kostenpunkt, aber auch an den vielen Fragezeichen hinter einer Nachnutzung der Container.

Aufatmen konnten am späten Donnerstagabend trotzdem alle. Baubürgermeister Jörg Schautz hatte noch einmal den Druck erhöht und unmissverständlich klargestellt, dass es keine Auslagerung geben werde, „wenn heute kein Beschluss erfolgt“. Die Zeit drängt, denn schon in den Sommerferien sollen die acht Schulklassen mit mehr als 160 Schülern ausziehen, damit die Sanierung und Umgestaltung des Wurgwitzer Plattenbaus, Baujahr 1982, beginnen kann. So schnell als möglich, betonte Schautz, müsse daher die Genehmigungsplanung für die notwendige Herrichtung der Kleinnaundorfer Schule stehen, in der seit 2002 kein Unterricht mehr stattgefunden hat. Vor allem die maroden Sanitäranlagen und der von Schimmel befallene Keller bedürfen einer Instandsetzung.

Rund 250 000 Euro wird das kosten, hinzu kommen weitere Aufwendungen infolge der Bauzeitverlängerung sowie für Planung und Raummieten, sodass unterm Strich knapp 500 000 Euro stehen. Die kommen zu den rund 5,8 Millionen Euro städtischer Eigenanteil für die Schulsanierung samt Bau einer neuen Kita dazu. Für die Stadt ist Kleinnaundorf dennoch die günstigste Variante. Selbst die zusätzlichen Kosten im Falle einer Sanierung im laufenden Betrieb wären mit ca. 560 000 Euro höher ausgefallen. Zu errichtende Fluchttreppenhäuser, WC-Container und nicht zuletzt die längere Bauzeit von bis zu drei Jahren hätten die Kosten in die Höhe getrieben. „Für Kinder und Lehrer wäre der Schulbetrieb bei Baulärm und Dreck zudem unzumutbar gewesen“, argumentierte Schulleiterin Kerstin Möller.

Die von Möller favorisierte Containerlösung wäre die Stadt aber noch deutlich teurer gekommen. Im Raum hatten der Kauf oder die Anmietung von zehn gebrauchten Containern gestanden. Beides hätte aber mehr als 670 000 Euro gekostet. Einige Stadträte hatten argumentiert, dass man die Container im Anschluss gleich für die Sanierung der Oberschule Hainsberg nutzen könnte. Doch diese Rechnung geht nicht auf, denn offenbar würde nach aktueller Planung der Baubeginn in Hainsberg mit der noch laufenden Sanierung in Wurgwitz zusammenfallen, die Container stünden also gar nicht zur Verfügung.

Mit dem vor allem seitens der Wurgwitzer Ortsvorsteherin Jutta Ebert und der Schulleitung gewünschten Zusatz, dass das Interimsquartier in Abstimmung mit Schule und Hort hergerichtet werden solle, wurde die „Kleinnaundorfer Lösung“ schließlich mit breiter Zustimmung bei zwei Enthaltungen vom Stadtrat beschlossen. Abstimmungsbedarf besteht vor allem noch hinsichtlich des geplanten Abrisses eines Seitentraktes mit vier kleineren Räumen. „Diese Räume würden wir dringend benötigen“, sagt Kerstin Möller. Anderenfalls sei ein zusätzlicher Container neben dem Haus erforderlich.

Nichtsdestotrotz zeigte sich Möller gestern erleichtert. Lange hatte man auf den Startschuss zur Sanierung des baufälligen Schulhauses warten müssen http://viagrasstore.net/. Ende Dezember war der erlösende Fördermittelbescheid schließlich ergangen. Nach weiteren Wochen der Ungewissheit dahingehend, wie es während der Sanierung für den Schulbetrieb weitergeht, ist man nun heilfroh, endlich vor Fakten zu stehen. „In Kleinnaundorf haben wir zwar weniger Platz als im Container, aber dafür mehr Ruhe“, so Möller. Am Dienstag soll es eine weitere Begehung vor Ort mit dem Bauamt und dem Ortschaftsrat geben.

Dessem Chef Thomas Käfer fiel am Donnerstag ebenfalls ein Stein vom Herzen. Für den Ort markiert die Zwischennutzung einen wesentlichen Meilenstein auf dem Weg zum angestrebten Erhalt des Gebäudes. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass die Stadt das Schulgebäude anschließend wie erhofft für 1,7 Millionen Euro saniert und zum „multiplen Haus“ umbaut – so sieht es das Konzept vor, das der Ortschaftsrat vorgestellt hatte – dürfte mit der Investition, die die Stadt mit der Herrichtung der Schule für die Nutzung als Interimsquartier leistet, erheblich gestiegen sein.

 

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