SZ am 30.12.2014 - Millionen für Wurgwitzer Schulstandort

Das Haus "Am Albertschacht" und die Turnhalle können saniert werden. Der Baustart aber ist noch offen.

30.12.2014 Von Matthias Weigel

Auch wenn es für die Schüler, Eltern und Lehrer in Wurgwitz ein verspätetes Weihnachtsgeschenk ist – die Freude darüber ist riesengroß. Nach den Feiertagen landete in der Post der Stadtverwaltung ein Brief aus Dresden. Darin die frohe Kunde des Freistaates: Freital kann die Grundschule endlich sanieren.

 

Doch damit nicht genug: Auch die Turnhalle an der Schule kann abschließend saniert werden und erhält einen Ersatzneubau für den derzeit unansehnlichen Umkleide- und Sanitärbereich. 2,9 Millionen Euro schwer ist der Bescheid über die Fördermittel. Insgesamt will Freital an dem Standort 8,7 Millionen Euro investieren. „Wir sind wirklich sehr froh“, sagt Ortsvorsteherin Jutta Ebert (CDU) gestern am Telefon. Sofort habe sie Schulleitung, Förderverein und Elternvertretung informiert. „Sie können sich vorstellen, dass die Nachricht mit Begeisterung aufgenommen wurde“, sagt Ebert. Jetzt liege die Hoffnung darauf, dass es so schnell wie möglich los gehen kann. Dabei sei auch der Stadtrat gefragt, der mit den anstehenden Beschlüssen zum Haushalt 2015 und zur letzten Bestätigung des Vorhabens wichtige Weichen stellen muss. Im Haushalt 2014 waren die Gelder bereits reserviert.

Container oder Baulärm

Der nächste Teil der Planung kann unterdessen bereits jetzt weitergehen. „Wir waren vorbereitend schon die ganze Zeit in Projektgesprächen mit Behörden und den Büros und werden gleich im Januar alles anhand der Unterlagen aus Dresden prüfen und aufarbeiten, sodass es hier keine Verzögerungen gibt“, sagt Baubürgermeister Jörg-Peter Schautz (parteilos). Das derzeitige Verfahren sei nicht vom Haushalt 2015 abhängig, da der Auftrag dazu bereits 2014 nach einer Ausschreibung erteilt wurde, die wegen der großen Summe und des Umfangs nötig war. Einzige Bedingung, um weiterzuarbeiten, war für das ausgewählte Büro, dass der Fördermittelbescheid vorliege. Und das ist ja nun seit zwei Tagen der Fall. Die Zeit drängt allerdings ein wenig, auch, was dann einen zügigen Baubeginn anbelangt. Die Fördermittel sind bis 31. Dezember 2016 zu verbrauchen.
Eine der zentralen Fragen für die nächste Zeit wird auch sein, wie die Bauarbeiten ablaufen. Ursprünglich waren sie im laufenden Betrieb der Schule vorgesehen. Doch das wir nicht ohne Probleme und Behinderungen abgehen. Als Alternative war daher eine Containerlösung gleich neben der Schule ins Gespräch gebracht worden. Doch die könnte Freital wohl bis zu 500 000 Euro kosten, würde auch Prämissen für den Schulalltag bringen. Abschließend geklärt ist das daher noch nicht. „Die Schule ist für beide Varianten offen, auch, um hier nichts weiter zu behindern“, erklärt Ebert nach Rücksprache mit den Eltern- und Schulvertretern. Denn schon seit vielen Jahren haben die Wurgwitzer auf die dringend nötige Sanierung warten müssen. Erst fehlte Freital das Geld, dann stellte der Freistaat die Schule infrage und standen andere Freitaler Schulen auf der Sanierungs-Agenda, dann platzten die geplanten Fördergelder. Freitals OB Klaus Mättig (CDU) musste sich wiederholt unangenehmen und eindringlichen Fragen stellen, ob das Ganze überhaupt gewollt sei. Mättig, der immer wieder beteuert hatte, Freital stehe zu der Schule und zur Sanierung, ist deswegen einmal mehr erleichtert über die Post aus Dresden. Alles brauche seine Zeit, dabei eben manches auch länger. Doch die lange, intensive und hartnäckige Arbeit, von der nach außen hin nicht immer alles sichtbar gewesen sei, habe sich letztendlich ausgezahlt. „Wir haben Wort gehalten und sollten nun nach vorn blicken, um das Vorhaben zügig umzusetzen“, ließ der OB über sein Büro ausrichten.
Nötig hat es das Haus an der Quäne aus den 80er-Jahren, ein Plattenbau Typ Dresden, allemal. Das Gebäude ist eine Energieschleuder. Die Baumängel sind offensichtlich, die unzeitgemäßen räumlichen Voraussetzungen auch. Lehrer und Eltern machten über Jahre das Beste daraus, boten ein sogar mehrfach preisgekröntes Schulprogramm. Doch der Schulbetrieb litt zunehmend unter dem mangelhaften Gebäude http://storecialis.ne..... Nun plant Freital die Komplettsanierung, an deren Ende eine energiesparende, zweizügige Grundschule mit zeitgemäßem Raumprogramm stehen soll. Auch der Hort mit 160 Plätzen und ein Kindergarten mit 60 Kindergarten- und 24 Krippenplätze sind in dem geräumigen Haus vorgesehen. Die Kapazitäten werden dringend benötigt.
 

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