SZ am 10.10.2014 - Wird es eng an Freitals Schulen?

Die Anmeldezahlen liegen auf hohem Niveau. Das stellt die Stadt vor Probleme.

10.10.2014 Von Matthias Weigel

Nach den Kitas sind es nun die Grundschulen, die mit gestiegenem Bedarf an Plätzen konfrontiert werden. Die Stadt hat jetzt auf SZ-Anfrage die Anmelde-Zahlen für das Schuljahr 2015/16 vorgelegt. Stand 30. September gab es demnach 382 Anmeldungen. Zum Vergleich: Im Schuljahr 13/14 waren es noch 306 Anmeldungen. Im aktuellen Schuljahr stieg die Zahl bereits auf 387. Allerdings wurde da schon die maximal mögliche Anzahl von Klassen und Schülern weitgehend ausgeschöpft.

Im kommenden Schuljahr wäre nun ausgerechnet ein Jahr mit weniger Klassen an der Reihe. Freital bestückt die Schulen in Zauckerode und im Poisental wechselnd mit drei oder zwei, die in Birkigt mit ein oder zwei. Und 2015/16 ist eigentlich laut Rhythmus die kleinere Variante dran. Vor allem im Poisental würde das dann mit 76Anmeldungen und in Birkigt mit 46 Anmeldungen zu Problemen führen. In Zauckerode wäre mit 56 Anmeldungen gerade noch alles im Rahmen.

Wechselweise sind ein oder zwei Klassen eigentlich auch für Pesterwitz vorgesehen, wo man sich nach Protesten im Vorjahr auf zwei orientierte. Die Rechnung geht mit 56 Anmeldungen hier dann auch gerade so auf. Für Hainsberg, Potschappel und Wurgwitz sind immer zwei Klassen geplant. Mit 46 in Wurgwitz und 38 Anmeldungen in Potschappel ist das problemlos machbar. In Hainsberg gibt es aktuell mit 64 noch ein paar Kinder zu viel.

Freitals Schulamtsleiterin Ilona Helbig warnt vor Panikmache. „Wir können von der regulären Zügigkeit der Schulen abweichen“, sagt sie. In Birkigt und Pesterwitz wären daher zwei Züge, im Poisental auch drei erneut möglich. Allerdings, so räumt die Amtsleiterin ein, würde nicht in jedem Fall der Platz dafür ausreichen. Man müsse dann auch Fachkabinette als Klassenzimmer mit nutzen. Dass man in Freital inzwischen auf „hohem Niveau“ ausgelastet sei, sieht Helbig aber insgesamt als positiv. Das mache die Schullandschaft mit insgesamt sieben Grundschulen sicher.
Die endgültigen Schülerzahlen stehen auch längst noch nicht fest, betont Helbig. Die Gespräche mit den Schulleitern und der Bildungsagentur liefen erst noch http://enligneviagra.net/levitra-prix/. Außerdem seien in den aktuellen Zahlen auch noch Kinder enthalten, die auf eine private Schule, wie in Grumbach oder Rabenau, gehen wollen. Die müssten sich wegen der Schulpflicht aber erst mal am Wohnort anmelden, fielen dann aber raus. Auch Zu- oder Wegzüge seien jetzt noch nicht klar.

Ob das letztlich Entlastung bringt? Immerhin rechnete die Stadt für 2014/15 mit 376 Anmeldungen bei 95 Prozent Anmeldequote. Tatsächlich eingeschult wurden wie erwähnt elf mehr. Für 2015/16 liegt die Prognose bei 365 Schülern – aktuell sind es 17 Kinder mehr. „Für verlässliche Aussagen ist aber noch viel im Fluss“, betont Helbig. Mitte 2015 wird es dann feststehen, wenn die Eltern die Bescheide bekommen. Dass vereinzelt Schüler an andere Schulen als den Erstwunsch geschickt werden müssen, wollte Helbig dabei nicht ausschließen.

Gerechnet wird mit Klassenstärken zwischen minimal 15 und maximal 28Schülern. Richtwert sind in Sachsen 25Schüler. Kriterien für die Aufnahme sollen auch die Schulweglänge und Sicherheit sowie Geschwisterkinder an der Schule sein. Entsprechend werden die Kinder dann – auch unter Berücksichtigung des Zweitwunsches – verteilt.

Seit 2013 können sich in Freital die Eltern aussuchen, in welche der städtischen Grundschulen ihr Kind eingeschult werden soll. Die starre Zuweisung von zwei oder drei Schulen zur Wohnadresse entfiel. Anlass zu dem Stadtratsbeschluss gaben vor allem Probleme mit Umlenkungen, Kapazitäten und Platzvergaben per Los – und eine drohende Schieflage bei der Verteilung, die einzelne Schulen hätte gefährden können. Zum Teil ging das Konzept auf. In Sachen Planungssicherheit bleiben aber Defizite.

Vereinzelt hatten Stadträte auch schon darauf hingewiesen, dass die Anmeldewelle in den Kitas irgendwann in den Schulen ankomme und man dann ein besseres Bild abgeben solle, als bei den Kitas. Dort waren die Platzprobleme akut geworden und hatten sich erst langsam mit neuen, teils aus dem Boden gestampften Kitas entspannt.

Seit vorgestern gibt es im Stadtrat nun dazu auch eine Initiative von 20 Abgeordneten. Sie fordern Akteneinsicht, „weil ein genauer Überblick über die Gesamtsituation fehlt“. Dabei geht es auch im die Kapazitäten der Schulen und die Auswirkungen der Bevölkerungsentwicklung. „Die Situation an vielen Schulen in städtischer Verantwortung steht permanent unter Kritik, was Raumangebot und Sanierungsstand anbelangt“, heißt es. Dabei gehöre das zu den Kernaufgaben der Stadt.
 

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